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Wer an legendäre Vierzylinder denkt, hat meistens schwere Maschinen aus Japan oder den USA im Kopf.
Aber echtes Heavy Metal der alten Schule kam damals aus einer völlig unerwarteten Ecke: Dänemark.
Die Rede ist von der Nimbus Typ C, die von ihren Fans liebevoll „Hummel“ genannt wird.
Gebaut wurde das ikonische Eisen von Fisker & Nielsen in Kopenhagen – einer Firma, die man heute eigentlich eher für Staubsauger der Marke Nilfisk kennt.
Doch zwischen 1934 und 1959 zimmerten die Dänen dort ein Zweirad zusammen, das tech-mäßig absolut aus der Reihe tanzte.
Das Triebwerk ist das Herzstück der Maschine.
Die Dänen implantierten der Hummel einen längs eingebauten Vierzylinder-Reihenmotor mit 746 Kubikzentimetern Hubraum.
Für die damalige Zeit war der Motor mit seiner obenliegenden Nockenwelle (SOHC) ein verdammt fortschrittliches Stück Technik.
Mit seinen anfangs 18 und später knackigen 22 PS reißt das Aggregat zwar keine Bäume aus, aber das tiefe, charakteristische Brummen des Auspuffs – das der Maschine ihren legendären Spitznamen einbrachte – klingt einfach unverkennbar nach purer Mechanik.
Das absolute optische Highlight für jeden Schrauber: Die Ventilfedern und Kipphebel liegen völlig frei an der Oberseite des Motors.
Da schaust du der Technik beim Arbeiten direkt bei der Fahrt zu!
Das bedeutet natürlich auch, dass der Pilot regelmäßig mit der Kanne ranmuss, um das Ganze manuell zu schmieren.
Auch beim Fahrwerk gingen die Konstrukteure eigene Wege.
Statt klassischen Rundrohren verpassten sie der Hummel einen elastischen Rahmen aus vernietetem Flachstahl.
Der Clou an der Front: Die Nimbus war eines der weltweit allerersten Serienmotorräder, das mit einer hydraulisch gedämpften Teleskopgabel auf den Asphalt rollte.
Am Heck gab es dagegen ein starres Setup, was den Ritt zu einer echten, ungefilterten Oldschool-Erfahrung macht.
Die Kraftübertragung übernimmt standesgemäß eine freiliegende Kardanwelle, was die Kiste extrem wartungsarm machte.
In Sachen Historie war die Hummel im dänischen Alltag über Jahrzehnte nicht wegzudenken.
Wegen ihrer sprichwörtlichen Unzerstörbarkeit wurde sie kaum an Privatleute verkauft, sondern lief im harten Dauereinsatz bei der dänischen Armee, der Post und der Polizei.
Meistens war sie dabei im Gespannbetrieb mit einem robusten Beiwagen unterwegs.
Rund 12.000 Einheiten verließen das Werk in Kopenhagen, bis die Produktion Ende der 1950er Jahre eingestellt wurde.
Heute ist die Hummel ein gesuchter Kult-Klassiker, der auf jedem Bikertreff die Blicke auf sich zieht.