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Kawasaki EN500C: Drehfreudige Mittelklasse
Parallel-Twin mit Sport-Genen
Die EN500C nutzt den bewährten flüssigkeitsgekühlten Zweizylinder der GPZ500S. Das DOHC-Triebwerk verfügt über acht Ventile und eine Ausgleichswelle. Für den Cruiser-Einsatz wurde die Leistung auf 46 PS bei 8.000 U/min reduziert, um ein besseres Drehmoment im mittleren Bereich zu erzielen. Die Gemischaufbereitung erfolgt über zwei 32-mm-Keihin-Vergaser.
Fahrwerk und Kettenantrieb
Im Gegensatz zum Vorgängermodell nutzt die C-Variante eine O-Ring-Kette statt eines Zahnriemens. Das Fahrwerk besteht aus einem Doppelschleifenrahmen mit 36-mm-Telegabel. Die Hinterradfederung erfolgt über zwei Federbeine, die in der Vorspannung verstellbar sind. Die Bremsanlage kombiniert eine 270-mm-Einzelscheibe vorne mit einer Trommelbremse hinten. Die Speichenräder (19 Zoll vorne, 15 Zoll hinten) verleihen der Maschine einen klassischen Chopper-Look.
Die Kawasaki EN 500 C ist das perfekte Beispiel dafür, dass man keinen riesigen V2-Motor braucht, um echtes Cruiser-Feeling auf den Asphalt zu zaubern. Während viele Chopper der 90er Jahre auf puren Hubraum setzten, ging Kawasaki einen cleveren Sonderweg und pflanzte das Herz einer Sportlerin in ein gemütliches Fahrwerk.
Ein Sportlerherz im Cruiser-Body
Technisch ist die EN 500 C ein echtes Kuriosum. Der verbaute Paralleltwin stammt direkt aus der legendären GPZ 500 S. Das bedeutet: Statt gemütlichem Blubbern im Keller gibt es hier ordentlich Drehzahlfeuer. Während andere Cruiser bei 5.000 Touren nach dem nächsten Gang betteln, fängt der Twin der Kawasaki dort erst richtig an zu singen. Mit knapp 46 PS zieht sie für ihre Klasse erstaunlich spritzig durch, was sie auch heute noch zu einem Geheimtipp für Leute macht, die zwar entspannt sitzen, aber zügig überholen wollen.
Die Evolution zur „LTD“
Historisch gesehen markiert das C-Modell, das ab 1996 die Bühne betrat, einen radikalen Kurswechsel innerhalb der EN-Baureihe. Die Vorgänger (A und B) hatten noch den pflegeleichten Zahnriemen und Gussfelgen, die eher nach „Modern Art“ aussah. Die EN 500 C hingegen – in den USA als Vulcan 500 LTD bekannt – setzte voll auf den klassischen Custom-Look. Speichenräder, ein dickerer Tank und eine klassische Kette statt des Riemens brachten sie optisch ganz nah an die große Schwester VN 800 heran.
Warum sie heute noch rockt
In der Biker-Szene hat die „kleine“ EN einen festen Platz als unkaputtbares Arbeitstier. Dank der niedrigen Sitzhöhe und des gutmütigen Handlings ist sie die erste Wahl für Wiedereinsteiger oder kleinere Fahrer. Wer heute eine EN 500 C fährt, schätzt die japanische Ingenieurskunst: Der Motor ist bei minimaler Pflege fast unzerstörbar, und das Angebot an gebrauchten Teilen ist riesig. Sie ist kein Bike für das Ego am Stammtisch, sondern eine ehrliche Fahrmaschine, die zeigt, dass Charakter nicht in Kubikzentimetern gemessen wird.